Nein zu Gentech-Anbauzonen in der Schweiz

Wir Grünen sind bekannte Kritiker der Gentechnik. Forschung soll zwar weiterhin erlaubt sein, ein Anbau von Gentechnisch veränderten Pflanzen ist für uns zum heutigen Zeitpunkt aber ein absolutes No-Go. Wir Grünen fordern eine Agrarpolitik, die sich konsequent an der ökologischen Landwirtschaft ausrichtet.

Gefördert werden soll eine Landwirtschaft, die lokal ausgerichtet ist und Ressourcen schonend sowie sozial- und umweltverträglich Lebensmittel produziert. Dies ist mit gentechnisch veränderten Pflanzen heute nicht möglich.

Folgerichtig lehnen wir auch die Schaffung gesetzlicher Grundlagen auf Vorrat – für Gentech-Zonen in der Landwirtschaft – ab. Für den Anbau von Gentech-Pflanzen fehlt in der Schweiz nicht nur die gesellschaftliche Akzeptanz. Er würde auch die erfolgreich aufgebaute gentechfreie Qualitätsstrategie der schweizerischen Land- und Ernährungswirtschaft untergraben.

Wir Grünen sind überzeugt, dass die Koexistenz in der kleinräumigen, vielfältig strukturierten Schweizer Landwirtschaft nur schwer und mit massiven Mehrkosten realisierbar wäre. Eine enorme zusätzliche Agrarbürokratie wäre die Folge. Denn der Melde- und Kontrollaufwand für das Nebeneinander von herkömmlichen und gentechnisch veränderten Ackerkulturen wäre immens. Getrennte Warenflüsse „von der Aussaat bis auf den Teller“ wären notwendig. Denn nur so könnte die Wahlfreiheit von uns Konsumentinnen und Konsumenten gewährleisten werden. Strenge Isolationsmassnahmen und hohe Auflagen wären die Folge. Davon wären nicht nur die Produzenten, sondern auch die verarbeitende Industrie und der Gross- und Detailhandel betroffen. Dies umzusetzen, wäre teuer und wirtschaftliche sinnlos. Die neuste Univox-Umfrage von 2015 zeigte zum wiederholten Male, dass die grosse Mehrheit der Konsumentinnen und Konsumenten gentechnisch veränderte Produkte ablehnt. Die Schweizerinnen und Schweizer wollen gentechfreie Produkte essen. Sogar bei den Futtermitteln für Tiere sieht man den gleichen Effekt: Gentech-Futtermittel zu importieren ist zwar erlaubt, aber die Schweizer Bauern kauft sie nicht!

Wenn wir die Koexistenz erlauben, schaffen wir nur unnötige neue Probleme, denn neben den hohen Kosten und der ablehnenden Haltung der Bevölkerungsmehrheit, ist auch die Sicherheitsgarantie für das erfolgreich aufgebaute Qualitätsmerkmal „gentechfreie Schweizer Landwirtschaft“ in Gefahr. Eine ungewollte Kontaminierung ausserhalb der speziellen „Gentech-Zonen“ kann nicht ausgeschlossen werden. Der Schaden könnte irreversibel sein.

Es ist unverantwortlich angesichts all dieser offenen Fragen, eine Koexistenzregelung im Gesetz zu formulieren. Forschung mit Gentech-Pflanzen soll zwar weiterhin erlaubt sein. Eigene Gentech-Zonen auf dem freien Feld wollen wir aber auf keinen Fall.

Aus diesem Grund fordern wir neben dem Verzicht auf eine Koexistenzregelung.

Erstens einen Paradigmenwechsel von Forschung, Bildung und Beratung, damit die Gentech-freien Produktionssysteme gestärkt werden. Konkret bedeutet das zum Beispiel genug finanzielle Mittel für die ökologische Pflanzenzüchtungsstrategie 2050.

Und zweitens soll der Bund das gesamte Landwirtschaftsgebiet der Schweiz zur gentechnikfreien Zone erklären und dem Netzwerk der gentechfreien Regionen beitreten.

 

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