«Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet»

«Jeder männliche Patient, den ich in den Tod begleitet habe, hat diesen Satz gesagt. Sie bedauerten, die Kindheit ihres Nachwuchses und die Gesellschaft ihrer Partnerin verpasst zu haben. Zwar äusserten auch Frauen dieses Bedauern, aber weil die meisten von ihnen einer älteren Generation angehörten, waren nur wenige vollberuflich engagiert gewesen. Aber die Männer bereuten ausnahmslos so viel Zeit ihres Lebens in den Tretmühlen der Arbeitswelt verbracht zu haben.» schreibt die Autorin Bronnie Ware, die während acht Jahren als Palliativpflegerin in England gearbeitet hatte. Eine Schweizer Studie (2011) kommt zum gleichen Schluss: «90 Prozent der Schweizer Väter wollen mehr Zeit und Flexibilität, um mehr für ihre Kinder da sein zu können.»

Ein bezahlter Urlaub von 20 Tage für alle Väter ist überfällig*. Er ist als erste unabdingbare Etappe auf dem Weg zu einem echten Elternurlaub zu verstehen, der zwischen Vater und Mutter aufgeteilt wird. Ziel ist es, in der Chancengleichheitspolitik weiter zu kommen und damit den Familien eine möglichst freie Wahl der Verteilung der Familien- und Erwerbsarbeit zu ermöglichen. Die Lebenszeit gewinnt damit an Wert. Davon profitieren Väter, Mütter, Partnerschaft, Kinder, Gesellschaft und Wirtschaft. Wichtige andere Elemente zur Chancengleichheit sind Lohngleichheit, familienergänzende Betreuungsstrukturen und Teilzeitarbeitsmöglichkeiten. Wir haben noch viel zu tun, auf dem Weg zu einer freiheitlichen Familiengestaltung. Helfen Sie mit, einen weiteren Schritt zu machen.

Jonas Fricker, Nationalrat Grüne Aargau, Vater dreier Kinder

@FrickerJonas

Die Grünen unterstützen die Initiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie». Bitte unterschreiben Sie hier: www.vaterschaftsurlaub.ch

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