Festansprache zum 1. August 2014 im Mettauertal

ch-fahne

Gschätzti Awäsendi

Sie froged sech vellecht, was de Präsident vo de Grüene do em Mettauertal macht. Jo ergend öpper muess mer jo jedes johr aafroge för die Feschtasproch am 1. Auguscht. Ond be de letschte Aargauer Sportgala in Suhr send de Peter Weber ond ich zuefälligerwiis am gliche Tisch gsässe ond er het vellecht dänkt „das esch no en glatte Typ“ ond het mech spontan aagfrogd. Ich ha sofort zuegseit ond jetzt ben i do.

Wenn mer scho grad bem Sport sind, als Sportlehrer gratulier ich em Simon Waldburger au ganz härzlech zo sinere WM-Bronzemedaille. Ond natürli au am Peter Weber, wo vor 2 Mönet jo wederemol Schweizer Meister im Hochsprung bei de Seniore worde esch. Ich ha ghört er heig 160 öberspronge – Hut ab! Gratulation a beidi.

Be de Vorbereitige för di höttig Red – het mech natürlich S’Mettauertal ond d’Verbendig zu de Grüene interessiert. Ich be jo schliesslech als „Präsident vo de Grüene Aargau“ iglade worde. Dass s‘Mettauertal es wonderbar grüns Tal esch, han i höt be oisere traditionelle 1.-Auguscht-Familiewanderig döffe erläbe. Foif Familie met chline Chind send of em Flösserwäg vo Laufeborg of Hottwil glöffe ond mer öbernachtet jetzt det im Gaschthuus Flösser. Ich kenns det scho, wenn mer s’letschte Strategiewochenänd vo de Grüene im letschte November au im Gasthuus Flöser gmacht händ. Positiv öberrascht be i gsi, dass be de letschte Grossrotswahle fascht 8% Grüen gwählt händ ond oisi Regierigsrötin d‘Susanne Hochuli sogar vor em Stefan Attiger of Platz vier glandet esch im Mettauertal. No zwoi Verbendige möchte i erwähne:

S’Mettauertal chont jo eigentli nach de Sommerferie erscht in Chendsgi. Met 4.5 Johr esch sie eini vo de jöngschte Gmeinde im Aargau. Im Geburtsjohr 2010 esch zum erschte ond bes jetzt einzige Mol en Grüni höchschti Aargauerin gsi. Ond ned ergend eini, sondern au en Fricktalerin: D‘Patricia Schreiber-Rebmann os Wegestette.

Ond denn vor 11 Täg, ich be grad met minere Familie em Engadin e de Ferie gsi, di positivi Schlagziile e de AZ: „Fricktaler Gemeinde Mettauertal nimmt wegen Krieg Asylsuchende auf“. E chli differenzierter seid de Gmeindrot, dass er mit de Ufnahm vo Asylsuechende iiverstande esch, wäge de aktuelle Flüchtlingssituation ond de Solidarität mit de andere Gmeinde. Das freut natürlich vor allem oisi Regierigsrötin Susanne Hochuli, wos jo em Momänt ned emmer eifach het mit dem Thema. Härzleche Dank för euchi Solidarität.

So jetzt aber zom eigentleche Grond vo oisem Fescht: Em Geburtstag vo de Schwiiz. Höt wird d’Schwiiz 723 Johr alt. E stolzi Zahl, för mech ergendwie net fassbar. Aso ongefähr 10 mol es Mönscheläbe – so anenand greit. – Das goht eigentli no, das esch gar ned so alt.

Oder 30 Generatione – hmm das tönt doch scho rächt vell älter, wenn ich dänke, wie onderschedlech dass doch scho nome mini Grosseltere gläbt händ em Verhältnis zo mer. No en drette Verglich: wenn 1291 i de Schwiiz en Atomkraftonfall passiert wär oder e Atombombe explodiert wär, denn wär di Radioaktivität vom freigesetzten Plutonium-239 erscht of 98% gsonke. Aso eigentlech wörds de Atomabfall emmer no genau gliich fescht strahle wie 1291.

Ich öberlo das jetzt ehne, öb sie d’Schwiiz alt fendet oder ned. Fakt esch, dass de Kanton Fricktal erscht 1802, also vor 212 Johr de Eidgenosseschaft biiträte esch. Das esch eigentli erscht chorz vor de Pensionierig, wenn me die 723 Johr of es Mönscheläbe abebrecht.

Ich ha mer öberleit, was de Geburtstag vo de Schwiiz för mech bedüütet. Wie fühelt sech das aa, wenn mis Mutter- oder Vaterland Geburtstag fiired? Was för Gfüehl händ Sie? – Ich be druf cho, dass es för mech es Gmesch esch os drü Gfühl. Os Freud, Dankbarkeit & Wehmut.

Ich freue mech eignetlich öber jedes Fescht, won ich met andere cha fiired. Ond d’Freud esch ganz speziell gross, wenn es ganzes Land metfiired. Ich freue mi aber au, dass es de Mönsche e de Schwiiz grondsätzlech guet goht. Dass mer emene friedliche Land döfed leben, eneme riiche Land, wo de Starke alli wirtschaftliche Möglichkeite offe loht und wo die Schwache uffangt. Aber au ganz eifachi Freude sind am 1. August präsent: Z.B. en freie Tag z’ha, ned müesse go schaffe zgho, oder d’Freud am Höhefüür, womer höt am 10i wärded aazönde. Oder d’Freud öber die faszinierte Auge vomene Chind, wo inen Vulkan iestuuned.

Als zwoits gspüre ich e grossi Dankbarkeit e mer, dass ich ha döffe i das Land ine gebore wärde, dass d’Schwiiz mini Heimat esch. Dass ich döff vomene guete Bildigssystem, vo de Natur, vo de Kultur ond vom stabile Demokratiesystem profitiere. Aber au, dass ich döff dra teilnäh, em sinn vo metpräge.

Ich ha chörzlech zwoi Johr en Amsterdam gläbt. Ond ich ha det zwoi Nationalfiirtige erläbe: Endi April esch de Koningdag, es rese Fescht, ganz Holland esch ein Flohmärt, alles esch Orange, öberall Musig ond fiirendi Mönsche. Ich weiss no, dass ich au e rese Freud gha ha, aber kei Dankbarkeit wie am 1. Auguscht – denn Holland esch eifach ned mini Heimat. Au wenn me als Fuessballfan wie ich met Holland amigs e chli meh z’fiire hät als met de Schwiiz.

Ond denn no d’Wehmuet: „Ein Gefühl zarter Traurigkeit, hervorgerufen durch Erinnerung an Vergangenes“. Ich cha mi no guet a de Momänt erinnere, woni dänkt ha: „em Johr 2000, ben ich denn scho 23i ond be secher scho verhörotet ond ha Chind.“ Ond jetzt beni 37i, be zwar verhörotet ond ha 2 Chind, aber ich fühle mech nonig so alt, wien i mer detzmol 23i vorgstellt ha. Oder all die, wo Chind händ, kenned secher das Gfüehl vo onändlecher Liebi paart met Wehmuet: Wenn ich mis schlofende Chind aluege, em en Koss of d’Sterne gebe ond stuune wie gross es scho worde esch – es het doch erscht grad no em Geburtssaal zom erschte mol gschroue.

D‘Zyt vergoht ond en bewosste Zwöschehalt, wie de 1. Auguscht, het be mer au dä Effekt vo Wehmuet, wo zur Gwössheit fühert, dass oises Läbe endlech esch. Was be mer wederom zonere grosse Achtig vorem Läbe füert ond eme explizite Gnüsse vom Momänt.

Welles Gfüehl öberwiegt be ihne am 1. Auguscht? Freud, Dankbarkeit oder Wehmut? Oder sends ächt ganz anderi Gfüehl?

Be mer dominiert im Momänt d’Freud met Ihne do im schöne Mettauertal de 1. Auguscht döff fiire. Aber ich be secher, em Verlauf vom Obe wärdet sech d‘ Wehmuet ond d‘Dankbarkeit au weder iimesche. Scho bem Schwiizerpsalm wird sech das Verhältnis wandle.

Ich wönsche Ihne es gfüehlsvolls Geburtstagsfescht.

 

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